[Rezension] In Between - Das Geheimnis der Königreiche von Kathrin Wandres




Preis: 3,99 €

Einband: E-Book

Seitenanzahl: 232

Altersempfehlung: ab 14

Meine Wertung: 5 Schmetterlinge

Reihe: /

Verlag: Carlsen Impress

Will ich kaufen!





**Prinzessin der Wälder**
Die 17-jährige Keylah lebt inmitten der dunklen Wälder des Landes Benoth, das zwischen zwei mächtigen Königreichen liegt. Nur die hohen Mauern der Siedlungen trennen dort die Menschen von dem, was draußen ist – den Ausgestoßenen, den Wolfsgestalten. Doch im Gegensatz zu den anderen liebt Keylah die freie Natur und kann ganze Tage in ihren selbstgebauten Baumhäusern verbringen. Ihre Gabe, drohende Gefahr körperlich zu spüren, scheint sie vor allem zu beschützen. Bis etwas geschieht, das sie nach Einbruch der Dunkelheit in den Wald zwingt und auf den unnahbaren Einzelgänger Deven stoßen lässt. Einen Mann, vor dem sie sich fürchten sollte, auch wenn ihre Gabe ihr etwas anderes sagt…
(Quelle und Bildcopyright liegen bei Carlsen Impress)

Das Cover ist sehr mystisch gehalten. Im Hintergrund ist ein dunkler Wald zu erkennen, während im Vordergrund eine junge Frau an einem Baum lehnt. Man kann ihr blasses Gesicht und die dunklen Haare sehr gut erkennen, allerdings ist der Gesichtsausdruck etwas gewöhnungsbedürftig. Außerdem sind die Farben im vorderen Bereich des Covers etwas heller, was es irgendwie noch magischer erscheinen lässt und das Cover zu einem echten Hingucker macht.


Dass High Fantasy es bei mir schwer hat, ist für die Follower meines Blogs schon lange kein Geheimnis mehr, aber ich scheine so langsam ein Händchen dafür zu bekommen, zu erkennen, was mir gefällt. So auch bei »In Between. Das Geheimnis der Königreiche«. Da will man im Fernbus – obwohl einem beim Lesen in Autos und Bussen immer schlecht wird – nur einmal kurz reinlesen und zack! Kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich schätze, das allein reicht schon, um ein gutes Buch zu kennzeichnen, aber »In Between« ist es aus noch viel mehr Gründen.

Beginnen wir mit dem Schreibstil. Am Anfang wird man als Leser in die Welt, die die Autorin geschaffen hat, förmlich hineingeworfen, mit vielen Namen von Orten und Reichen quasi beworfen und ich – die größte Namensstolperin, die es gibt – habe nicht ein Problem damit gehabt. Kathrin beschreibt diese Welt und die Orte so, dass man sich dort sehr schnell gut zurechtfindet. Die Spannung, die sie binnen weniger Seiten aufbaut, bleibt fast über das ganze Buch bestehen und macht es unmöglich, mit dem Lesen aufzuhören. Außerdem ist da auch eine andere Art von Spannung, ein Knistern zwischen den Protagonisten. Es ist nicht wirklich romantisch, das nicht, aber das hätte auch gar nicht in die Atmosphäre des Buches gepasst. 😉 Trotzdem bekommt man als Leser Herzklopfen vom allerfeinsten.

In dem Buch geht es um Keylah, die in der sogenannten Lebensinsel Benoth lebt, zwischen zwei Königreichen. An dieser Stelle ist direkt zu sagen, dass dieser Name nicht von ungefähr kommt, sondern aus dem Lateinischen und »Zwischen« bedeutet. So kommt man dann auch auf den Buchtitel. Clever, wie ich finde. Woher ich das weiß? Es steht hinter dem Buch im Glossar, der die Bedeutungen der verschiedenen Namen klärt. Hier hat Kathrin sich wirklich Gedanken gemacht.

Nun denn, Keylahs Leben verändert sich von einem Tag auf den anderen. Obwohl ihr Leben nie wirklich sicher war, wird sie auf einmal von Spähern, Wölfen des bösen Herrschers Schalith, verfolgt und muss fliehen. Nach einigen spoilerischen Ereignissen trifft sie auf Deven, den sie fortan nicht mehr los wird. Die beiden verstehen sich nicht sonderlich gut, arbeiten dennoch zusammen, um herauszufinden, was Schalith von Keylah will und was das ist, das müsst ihr selbst nachlesen.

Ich schätze, es kann sich jeder denken, dass Keylah und Devin sich näher kommen, aber die Art, wie sie es tun … hach, lange hat mich keine Romanze in einem High Fantasy-Roman mehr so mitgenommen, hoffen und bangen lassen. Man kann die Spannung zwischen den Beiden förmlich zwischen den Seiten spüren. So muss das sein!

Keylah selbst ist eine starke Heldin. Sie ist mutig und ja, vielleicht auch ein wenig leichtsinnig, aber sie kämpft dabei für das, das ihr wichtig ist. Mir ist sie schnell sehr sympathisch gewesen und das, obwohl sie auch einige Male passiv ist und sich retten lässt (eben weil sie zu leichtsinnig war). Und hier kommt Deven ins Spiel. Er gibt sich zunächst cool und unnahbar, geheimnisvoll, aber man spürt schnell, dass er sich sorgt und Keylah nur beschützen will (was die nicht so toll findet). Sein Herz sitzt am rechten Fleck und macht ihn zu meinem neuen Bookboyfriend (auch wenn Manja von Manjas Buchregal da was anderes behauptet. Zu ihrer Rezi kommt ihr hier).

Mit seinen 232 Seiten ist »In Between« nicht gerade das dickste Buch und ich gebe zu, ich hatte Angst. Richtig tiefgehende Angst, dass am Ende nicht alles aufgeklärt wird. Schließlich waren es nur noch gut 20% bis zum Ende und es war noch so viel offen! Diese Angst kann ich euch nun aber nehmen, es wird (fast) alles gelöst, mir ist förmlich ein Stein vom Herzen gefallen. Trotzdem, und ich glaube, da stimmt mir jeder Buch-Nerd zu, können gute Bücher nie dick genug sein und ein so herausragendes Buch wie »In Between« hätte mich sicher auch noch 200 oder 300 Seiten länger begeistern können.


Wieso »In Between« nur den zweiten Platz im Tolino/Impress Schreibwettbewerb belegt hat, kann ich mir beim besten Willen nicht erklären. Jetzt, nachdem ich alle drei Siegertitel gelesen habe, kann ich sagen: Auf meinem persönlichen Siegertreppchen würde dieses Buch ganz oben stehen. Es ist eins meiner absoluten Highlights aus 2017!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich freu mich über jeden Kommi :)